"Selig-unselige Jugendzeit, in der so vieles uns aus den Händen fällt und so vieles aufsteigt, und das meiste davon ist wie goldschimmernde Seifenblasen, so herrlich glänzend und so schnell verweht und zu einem grauen Tropfen gewandelt. Nicht umsonst nennt die tiefsinnige Sprache es die "Entwicklung" ... "

   

ERNST WIECHERT (1887 - 1950)

 


 

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  Forsthaus Piersławek heute (vormals Kleinort). Sie erreichen die Försterei auf der Landstraße Nr. 602 von Mrągowo (vormals Sensburg) in Richtung Piecki (vormals Peitschendorf). Am Ortseingang von Piecki gleich nach links abbiegen und auf der schmalen Asphaltstraße 3 km durch den Wald fahren. Das Haus liegt auf der rechten Seite, etwa 50 Meter von der Straße entfernt.


 
  Heute wie damals ist hier eine Försterei untergebracht. Die Innenräume wurden gründlich renoviert und den modernen Anforderungen eines staatlichen Betriebes angepasst. Auch die Außenwände sowie das Dach haben eine Erneuerung erfahren.
 


 
  Bei der Renovierung gab es wohl kein Konzept, das die Erhaltung alter Einrichtungsgegenstände vorsah. Das Innere des Hauses wurde "entkernt", aus den Wohnräumen sind Büroräume geworden. Dieses Bild entstand im August 1995.

Foto: Horst Radeck, Braunschweig



 
  Im Forsthaus wurde eine Ernst-Wiechert-Gedenkstube eingerichtet, die oft durch organisierte Reisegruppen besucht wird. Beliebt sind auch Fahrradtouren, die u. a. durch diese schöne Waldgegend führen. Einige Teilnehmer, die Ernst Wiechert kennen, wollen unbedingt die Försterei Kleinort ansteuern. Gelegentlich kommen auch Einzeltouristen hierher (sowohl aus Deutschland als auch aus Polen),  die eine besondere Ausstrahlungskraft des Ortes einsam genießen wollen.
 

Vor dem Eingang ist an der Wand eine Gedenktafel angebracht. Die antifaschistische Gesinnung Wiecherts wird in Polen wahrheitsgemäß betont, was in manch einem Besucher des älteren Datums ein leichtes Befremden hervorruft.

 


 
 
Die Vorsitzenden der Internationalen Ernst-Wiechert-Gesellschaft vor der Giebelwand mit den Gedenktafeln "Ernst Wiechert" (06.10.1998).
Von links nach rechts: Horst Radeck (2. Vorsitzender), Dr. Hans-Martin Pleßke (1. Vorsitzender), Klaus Weigelt (stellv. Vorsitzender).

Foto: Antje Müller, Neuß
 



 
  Durch dieses Tor ist Wiechert in die weite Welt gegangen. Seine Bindung an diese Landschaft begleitete ihn ein ganzes Leben lang. Selbst seinen Hof Gagert ließ er im Bayerischen Wald errichten, weil ihn diese Kulisse so sehr an Masuren erinnerte.
Draußen hat die Staatliche Forstwirtschaftsdirektion Allenstein, als Schirmherrin der Gedenkstube, einen schönen und an die Umgebung angepassten Parkplatz angelegt.
 


 
  Eine alte gußeiserne Pumpe der Firma W. Gallmeister jr. aus Ortelsburg hatte der Familie Wiechert wohl gut gedient.

Foto: Horst Radeck, Braunschweig
 



 
  Ein Raum im Forsthaus Piersławek wurde als Gedenkstube eingerichtet. Die Sammlung enthält u. a. einige interessante Fotos und rare Schriftstücke. Hier finden Sie auch seltene (zum Teil signierte) Ausgaben von Wiecherts Werken, die u. a. Herr Radeck aus Braunschweig geschenkt hatte.
 


 
  Die Betreuerin Frau Anna Sadownikow arbeitet mit dem Masurisch-Ermländischen Museum in Allenstein zusammen. Für den Besucher ist nur diese Gedenkstube zugänglich. Auf Wunsch werden Ausschnitte von Wiecherts Werken vom Tonband abspielt. Laut Frau Sadownikow zählt die Gedenkstube 7 bis 9 Tausend Besucher im Jahr (vorwiegend aus Deutschland und Polen), meistens zwischen Mai und Oktober.
 


 
 
Die Teilnehmer eines Seminars anlässlich des 110. Geburtstags des Dichters konnten am 18. Mai 1997 einen Ausflug nach Kleinort unternehmen und das renovierte Geburtshaus von Ernst Wiechert begutachten.

Foto: Horst Radeck, Braunschweig

 


 
 
Am 18. Mai 1997 fand hier eine Lesung aus "Wälder und Menschen" statt. Einige Teilnehmer nutzten die Pause, um in den entsprechenden Beschreibungen nachzulesen. Von links: Tadeusz Ostojski (Wiechert-Übersetzer ins Polnische aus Olsztyn/Allenstein), Burkhard Ollech (guter Masuren-Kenner), Lidia Natjagan (propagiert Wiecherts Werke in Kaliningrad), ein mir unbekanntes Ehepaar, Sem Simkin (russischer Wiechert-Übersetzer aus Kaliningrad).

Foto: Horst Radeck, Braunschweig
 



 
  Horst Radeck, zwei Seminarteilnehmerinnen aus Kaliningrad, Tadeusz Ostojski vor dem Wiechert-Haus
am 18. Mai 1997.

Foto: Horst Radeck, Braunschweig
 



 
 

Im Frühjahr 2007 wurde die Gedenkstube aus dem Forsthaus in das benachbarte Wirtschaftsgebäude verlegt. Die Staatliche Forstwirtschaftsdirektion Allenstein richtete hier einen Raum für die Ausstellung ein (passendes Mobiliar, Toiletten mit separatem Eingang, Heizung usw.), das Masurisch-Ermländische Museum Allenstein half wiederum bei fachlicher Ausrichtung der Gedenkstube.



 
 

Aus diesem Anlass übergab ich der Gedenkstube im Herbst 2006  - als Dauerleihgabe, die in meinem Eigentum verbleibt - eine alte Stoewer-Schreibmschine aus der zweiten Hälfte der 20er Jahre. Auf so einer Schreibmaschine (hier vergrößert) hätte sicherlich Ernst Wiechert schreiben können, würde er nicht handschriftlich seine Werke verfassen wollen. Dieses Ausstellungsstück soll jedoch das alte Raumambiente hervorzaubern und an die frühere Schaffungsphase von Ernst Wiechert erinnern. Detaillierte  Angaben über die Stoewer-Schreibmaschine und -Fabrik in Stettin finden Sie auf einem separaten Blatt.



 
  Bei einer Zusammenkunft am Mauer-See bei Giżycko (Lötzen) am 19. Juni 2002 ehrten Freunde der Sektion Polen der IEWG Horst Radeck (Mitte) mit der dort geschaffenen Ernst-Wiechert-Medaille für seine besonderen Leistungen um die Verbreitung des Werkes von Ernst-Wiechert im heutigen Masuren.
 
Tagung der Internationalen Ernst-Wiechert-Gesellschaft (IEWG) in M
ülheim/Rühr, August 1997. Hier in der Pause von links: Blanche Gaudenz (Schweiz), Czesław Ilwicki (Polen).

Foto: Horst Radeck, Braunschweig
 

 
Auch in Deutschland gibt es Einrichtungen, die an Ernst Wiechert erinnern. Hier: Ostpreußisches Landesmuseum Lüneburg, Ritterstraße 10.
Auf dem Bild sehen Sie eine Zeichnung von Emil Stumpp "Ernst Wiechert", Königsberg/Pr., 19.04.1925
(49,2 x 32,5 cm).

Foto: Horst Radeck, Braunschweig

 

 
Ostpreußisches Landesmuseum Lüneburg,
Pickelhaube des Leutnants der Reserve Ernst Wiechert im Ersten Weltkrieg
(eine Leihgabe des Museums "Stadt Königsberg" in Duisburg).

Foto: Horst Radeck, Braunschweig
 



 
  Vielerorts in Deutschland wird heute noch an den Dichter erinnert. Hier: Ernst Wiechert-Gedenkstein in Wolfratshausen.

Foto: Hildegard Neugebauer, Bad Segeberg


 
  Das Grab seines geliebten Vaters. Er wurde auf dem alten Friedhof in Peitschendorf (heute Piecki) beigesetzt. Die kleine Anlage liegt ziemlich in der Ortsmitte, ohne Anbindung an die Hauptstraße. Es ist schwierig, den Eingang zu finden.
 


 
  Ende Dezember 2000 wurde hier ein neues Grabmal aufgestellt. Den Findling finanzierte aus Spendenmitteln die Internationale Ernst-Wiechert-Gesellschaft.
 


 
  Die Aufgabe war im wahrsten Sinne des Wortes nicht leicht zu bewältigen.


 
  Der kleine Friedhof in Peitschendorf wurde kurzzeitig zur Baustelle - es galt jedoch, den Grabstein solide aufzustellen. Peitschendorf am 21.12.2000


 
  Oberförsterei Strzałowo (vormals Pfeilswalde), etwa 7 km von dem Forsthaus Piersławek entfernt. Sie fahren auf der schmalen Straße einfach weiter, bis Sie eine unauffällige Kreuzung erreichen, wo es gilt, schräg nach links abzubiegen (siehe Landkarte).
In dieser Gegend war die erste Ehefrau Wiecherts
Meta Mittelstädt zu Hause, hier ist sie nach ihrem Freitod auch begraben.
 

 
 
Ihr Grab liegt im Wald, etwa 1 km vom Forsthaus entfernt. Der nicht gekennzeichnete Waldweg führt eigentlich zum See. Sie gehen zu Fuß (den Wagen können Sie vor der Försterei oder auf einer kleinen Wiese dahinter abstellen) und bewundern den alten Baumbestand in diesem einzigartigen Naturschutzgebiet (einige Kiefern sind 140 Jahre alt). Auf einer Anhöhe vor dem Strand finden Sie den kleinen Waldfriedhof. Neben dem Grab von Meta Wiechert ist der einzige Sohn von Wiechert - der ein Tag alt gewordene Ernst-Edgar - beigesetzt. Hier befindet sich auch das Grab von Elisabeth Hoffmann, geb. Seyler (1875-1896), der jung verstorbenen Ehefrau des Försters aus Pfeilswalde.
 

 
 


In Piecki können Sie auch Frau Maria Dermacka besuchen (ul. Zwycięstwa 48 - bevor Sie auf der Landstraße Nr. 602, aus Mrągowo kommend, nach links in Richtung Kleinort abbiegen, achten Sie bitte auf das zweite Haus vor der Kreuzung auf der linken Straßenseite). So wie schon ihre Mutter es getan hat, pflegt auch Frau Dermacka die Erinnerung an Ernst Wiechert - ein kleiner Gedenkraum ist dem Schriftsteller gewidmet. Hier können Sie auch eine in Polen herausgegebene Gedenkmedaille für Ernst Wiechert kaufen (25 €). Frau Dermacka spricht leider kein Deutsch, dennoch ist hier ein Halt lohnend. Sie besitzt nämlich eine sehenswerte Sammlung von verschiedenen Holzfiguren, die für die Volkskunst dieser Region repräsentativ sind.
 

 
Auf dem alten Friedhof in Cruttinnen finden Sie das Grab von Ernst Wiecherts Großmutter (mütterlicherseits): "Hier ruhet in Gott Amalie Andreae geb. Doerk, geb. 27 September 1832, gest. 15 Januar 1886". Auch sein Großvater fand hier die letzte Ruhestätte.

Foto: Horst Radeck, Braunschweig
 


 
 
Vor dem Kulturhaus in Piecki/Peitschendorf am 17. Mai 1997 anlässlich einer Feier zum 110. Geburtstag des Dichters Ernst Wiechert. Links steht Pfarrer Krzysztof Mutschmann aus Sorquitten, in der Mitte Erwin Kruk - ein Schriftsteller aus Olsztyn/Allenstein.

Foto: Horst Radeck, Braunschweig
 



 
 
Horst Radeck aus Braunschweig übergibt am 08. Oktober 1998 im Kulturhaus von Piecki/Peitschendorf Wiechert-Bücher an die Gemeindebücherei. Von links: Maria Jarczewska (Bürgermeisterin), Jarosław Grabowski (Kulturhausdirektor), Mariusz Szymczyk (Lehrer, Reiseleiter und Vorsitzender der der Sektion Polen in der IEWG), Horst Radeck.

 



 
  Rechtsanwalt Dr. Jacek Trawczyński, Gründer der "Gesellschaft der Freunde des Werkes von Ernst Wiechert" in Szczytno/Ortelsburg (erste Ernst Wiechert-Vereinigung in Masuren, eingetragen 1990 beim Bezirksgericht Allenstein). Das Bild zeigt ihn während einer Eröffnungsrede am 18. Mai 1987 in Szczytno anlässlich einer Feier zum 100. Geburtstag des Dichters.


 
 


Die Ernst Wiechert-Freunde treffen sich sowohl in Polen (hier die deutsch-polnische Begegnung vom 20. bis 23. September 2002 im Hotel "Wodnik" in Lötzen/Giżycko -> von links: Horst Radeck, Braunschweig, Mariusz und Izabella Szymczyk, Peitschendorf/Piecki, Magdalena Sacha, Allenstein/Olsztyn, Czesław Ilwicki, Wolfsee b. Lötzen/Giżycko-Wilkasy),
 



 
 

als auch in Deutschland, wie hier in Malente/Schleswig-Holstein. Die Academia Baltica (Lübeck) veranstaltete hier vom 19.-21. März 2004 ein deutsch-polnisches Seminar. Der Meinungsaustausch fand auch in den Abendsstunden statt (von links: Wolfgang Brozio, Witten, Tadeusz S. Willan, Allenstein/Olsztyn, Horst Radeck, Braunschweig).
 


 
 
Gruppenbild anlässlich der Gedenkveranstaltung zum 50. Todestag von Ernst Wiechert am 22. September 2000 in der Loisachhalle zu Wolfratshausen. Von links: Beata Bulkowska, Lötzen/Giżycko (Polen), Czesław Ilwicki, Wolfsee/Giżycko-Wilkasy (Polen), Ehefrau des Bürgermeisters von Wolfratshausen, Bürgermeister (SPD) Reiner Berchtold,  Wolfratshausen, Ewa Moszczyńska, Lötzen/Giżycko (Polen), Deutschlehrerin.

Foto: Horst Radeck, Braunschweig
 


 
  Forsthaus Lissuhnen/Masuren. Geburtshaus von Meta Wiechert, der ersten Frau von Ernst Wiechert.

Foto: Hildegard Neugebauer, Bad Segeberg



 
  Eingangsportal des früheren Hufengymnasiums in Königsberg (Juli 2001).

Foto: Klaus Hausmann, Hildesheim

 
Zeugen der Vergangenheit: Mauerreste des Dorfes Sowirog (Eulenwinkel), gegründet 1563, in der Nazizeit (1934) umbenannt in Loterswalde, gelegen am Niedersee in der Johannisburger Heide. Noch 1948 standen im Ort 10 Holzhäuser und sogar eine gemauerte Schule (1936 besuchten die Einrichtung lediglich 18 Schüler). 1939 hatte das Dorf 169 Einwohner, die nach dem Krieg fast ausnahmsweise nach Westdeutschland gegangen sind. Geplant war, im Dorf die Waldarbeiter anzusiedeln, jedoch die Kreisverwaltung gab bekannt, dass die Häuser "verkauft" worden sind. Dies hatte zur Folge, dass die Bausubstanzreste nach Zentralpolen geschafft wurden.

Foto: Horst Radeck, Braunschweig
 

 

 


Grab von Ernst Wiecherts jüngeren Bruder Paul. Der Grabstein aus rotem Granit (hier vergrößert) wurde im Herbst 2006 durch den Steinmetz aus Sensburg (Mrągowo) Zdzisław Paśnikowski angefertigt und im Januar 2007 aufgestellt. Diese Arbeiten regte Frau Maria Dermacka aus Peitschendorf (Piecki) an, die auch sämtliche Kosten übernommen hat. Frau Dermacka, wie auch schon ihre Mutter, pflegt die Grabstätte von Paul Wiechert und kümmert sich mit einigen anderen Peitschendorfern um den kleinen Waldfriedhof in Pfeilswalde, wo u. a. Meta und Ernst-Edgar Wiechert ruhen. Das Grab von Paul Wiechert liegt etwa 1,5 km vom Forsthaus Kleinort entfernt, im Wald auf der anderen Straßenseite, und ist eigentlich leicht zu finden (sicherheitshalber in der Försterei nachfragen).
Im Zuge der Arbeiten wurde auch ein neuer Grabzaun aufgestellt.

Foto: Mirosław Banach, Rastenburg (Kętrzyn)
 


 

 


Im Herbst 2006 wurde der neue Vorstand der Internationalen Vereinigung des Schaffens von Ernst Wiechert (Sektion Polen) gewählt. Regelmäßige Sitzungen (hier am 23.01.2007) sollen helfen, die Vereinsarbeit zu optimieren. Von rechts: Mirosław Banach (stellv. Vorsitzender, Rastenburg/Kętrzyn), Czesław Ilwicki (1. Vorsitzender, Wolfsee/Giżycko-Wilkasy), Ewa Moszczyńska (Schriftführerin, Lötzen/Giżycko), Maria Kowala (Schatzmeisterin, Peitschendorf/Piecki), Jolanta Duszan (Beisitzerin, Peitschendorf/Piecki) und Anna Sadownikow (Revisionskommission, Försterei Kleinort/Piersławek).

Foto: Mirosław Banach, Rastenburg (Kętrzyn)