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INTERNATIONALE
ERNST-WIECHERT-GESELLSCHAFT e.V. (IEWG)
Die IEWG wurde am 25.
Mai 1989 in Duisburg gegründet. Zum 100. Geburtstag des ostpreußischen
Dichters Ernst Wiechert (1887-1950) hatte die Stadtgemeinschaft
Königsberg mit Sitz in Duisburg den Ernst-Wiechert-Preis gestiftet. So
waren es der erste Preisträger, Jesuitenpater Guido Reiner (Melun bei
Paris) und der damalige Stadtvorsitzende Klaus Weigelt (seit 1992
Brüssel), die die Internationale Ernst-Wiechert- Gesellschaft aus der
Taufe hoben. Die IEWG will das Werk des Dichters einer breiten
Öffentlichkeit zugänglich machen und sein Erbe neuen Generationen
vermitteln. Sie stellt sich die Aufgabe, den literarischen und
persönlichen Nachlass des Dichters zu sammeln und zu dokumentieren. Sie
will wissenschaftliche Arbeiten über Ernst Wiechert anregen,
internationale Kontakte zum Zwecke der Völkerverständigung zwischen
Personen und Institutionen der Kultur fördern, die sich dem Erbe Ernst
Wiecherts verpflichtet haben. So fand vom 16. bis 18. August 1991 im
Heinrich-Pesch-Haus, Ludwigshafen, die erste Tagung der IEWG statt. Die
dort gehaltenen Vorträge bilden in neuer Fassung die Grundlage des
vorliegenden Sammelbandes. Die zweite Tagung wird vom 9.-11. Juli 1993
in Ludwigshafen stattfinden.
Dieser Sammelband ist
die erste wissenschaftliche Veröffentlichung der Internationalen
Ernst-Wiechert-Gesellschaft e.V. (IEWG) seit ihrer Gründung im Jahre
1989. Die Vorträge wurden während der ersten IEWG-Tagung, die vom 16.
bis 18. August 1991 in Ludwigshafen stattgefunden hat, gehalten. Noch
nie bearbeitete Themen - Ernst Wiecherts Freundeskreis, sein Verhältnis
zur Musik - werden ausführlich behandelt neben anderen, die immer wieder
bei der Darstellung des umstrittenen Dichters zur Diskussion gestellt
und hier von einem neuen Standpunkt aus beleuchtet werden: sein
Verhältnis zum christlichen Glauben und die Bildhaftigkeit seiner
Sprache. Damit soll das Interesse an Ernst Wiecherts Werk vertieft und
dem heutigen Leser nahegebracht werden. Die Arbeit der IEWG zeigt, dass
seine Dichtung durchaus aktuelle Aspekte aufweist. Sein Leserkreis
reicht weit über den deutschen Sprachraum hinaus. Der Stellenwert seines
Werkes in der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts kann aufgrund der
hier vorliegenden Beiträge besser beurteilt werden. Die Gestalten seiner
Romane und seiner Novellen sind auf der Suche nach dem Sinn des Lebens.
Sie erkennen Werte an, die heute wieder an Bedeutung gewonnen haben.
Ernst Wiechert trat ein für Menschlichkeit und Menschenwürde, für
Toleranz und Weltoffenheit. Sein Denken und Handeln galt vornehmlich der
deutschen Jugend. Unter der Diktatur des Nationalsozialismus bewies er
geistige Unabhängigkeit und Zivilcourage. Auch wenn er dem damaligen
Ungeist keine politische Alternative entgegensetzen konnte, vertrat er
standhaft die humanistische Tradition der deutschen Literatur. Sein
Werk, das eine Welt der Träume, der Erinnerungen und der Hoffnungen vor
den Augen unserer Seele erstehen lässt, schöpfte seine dichterische
Kraft aus der Liebe zur Heimat und zur Natur.
In einer Zeit des
gesellschaftlichen Wandels und des Neubeginns kann sein geistiges Erbe
einen Beitrag zur Neuorientierung der Menschen von heute leisten. Die
einsamen Wälder, die stillen Dörfer und die großen Seen Masurens, die
Ernst Wiechert dichterisch verklärt beschreibt, liegen in weiter Ferne.
Die Stimmen der Menschen, die in seinem Romanwerk zu Wort kommen,
klingen wie aus alten Zeiten.
Wenn man aber bereit
ist, den etwas mühsamen Weg über die Grenzen der Zeit hinweg zu
beschreiten, bietet sich einem nicht nur die Freude an literarischer
Schöpfung, sondern auch die Chance, zu einem besseren Verständnis
Andersdenkender und der Mitmenschen aus fremden Kulturbereichen angeregt
zu werden. Ein Beitrag also zu einem neuen Denken, zu einer Aufgabe, die
dringender denn je ist.
Die Internationale
Ernst-Wiechert-Gesellschaft, die diese Veröffentlichung herausgibt, will
die Erinnerung an den Dichter wahren. Sie dokumentiert seine Aktualität
als Anwalt geistiger Toleranz und Brückenbauer grenzüberschreitender
Verständigung.
DIE AUTOREN
Guido Reiner, geb. 1925 in Dresden, 1938 Auswanderung nach
Frankreich, 1945 Eintritt in den Jesuitenorden, 1948 französischer
Staatsbürger, 1951 Offizier, Studium der Philosophie, Theologie u.
Literatur. 1966 Diplôme d'Etudes supérieures: Das verlorene Paradies.
Natur, Mensch und Gott in Ernst Wiecherts Dichtung. 1967-1990
Lehrtätigkeit an der Sorbonne. 1970-1984 Maître de Conférences an der
Ecole Polytechnique. 1982-1990 stellv. Leiter des Fachbereichs
Angewandte Sprachwissenschaften an der Universität Paris-Sorbonne. 1987
Ernst-Wiechert-Preis der Stadtgemeinschaft Königsberg. 1991 Promotion.
Veröffentlichungen: Ernst-Wiechert-Bibliographie (4 Bände), 1972, 1974,
1976, 1982, Selbstverlag. - Der Dichter und die Zeit (zusammen mit H.
Motekat und K. Weigelt), 1987. - Ernst Wiechert. L'homme et la genése de
son oeuvre. Vers la maturité 1887-1938, 1991.
Gerda Hübert, geb. 1928 in Steele/Ruhr. Ledig. Studium der
Germanistik, Anglistik u. Musikwissenschaften in Köln, Münster, Exeter,
Tübingen. Dr. phil. Diss.: Abend und Nacht in Gedichten verschiedener
Jahrhunderte - Vergleichende Interpretationen. - 1965-1980 Dozentin an
der Pädag. Hochschule Ruhr, Abt. Kettwig/Duisburg, Professor für
Literaturwissenschaft u. Literaturdidaktik an der
Gesamthochschule/Universität Duisburg. 1970-1971 Assistant Teacher for
German Language and Literature, Maidstone Grammer School for Boys
(England). 1974-1975 Dekan des Fachbereichs Sprach- u.
Literaturwissenschaften an der Gesamthochschule Duisburg.
Veröffentlichungen: Ernst Wiecherts Buch-Welt und der Leser heute. In:
Ernst Wiechert zum 100. Geburtstag. Hrsg. Stadt Duisburg 1987.
Hans-Martin Pleßke, geb. 1928 in Strenznaundorf (Saale),
Buchhändler, Diplombibliothekar, Wissenschaftlicher Bibliothekar. 1972
Staatsexamen an der Humboldt-Universität Berlin. 1974 Promotion an der
Universität Leipzig: Das Leipziger Musikverlagswesen und seine
Beziehungen zu einigen namhaften Komponisten. 1949-1993 Bibliotheksrat
in der Deutschen Bücherei Leipzig.
Veröffentlichungen: Monographien über Reinhold Conrad Muschler, 1957;
Louis Fürnberg, 1962; Ernst Wiechert, 1967; Albrecht Goes, 1989.
Zahlreiche Beiträge zum Buch- und Bibliothekswesen, zur
Musikverlagsgeschichte, über Schriftsteller des 20. Jahrhunderts sowie
zu den Wechselbeziehungen zwischen Musik und Dichtung. Auf
bibliographischem Gebiet tätig. Mitherausgeber des Jahrbuchs der
Deutschen Bücherei (1965-1990).
Jürgen Fangmeier,
geb. 1931 in Neuwied/Rhein, verheiratet mir Erika, geb. Reußer aus dem
Kanton Bern. Studium der ev. Theologie, Philosophie, Psychologie u.
Pädagogik in Bonn, Tübingen, Basel u. Wuppertal. Dr. theol. Basel 1963.
Amberbach-Preis der Univ. Basel 1967. 1964-1967 Pfarrvikar in
Riehen/Basel. Seit 1968 Pfarrer in Schöller/Wuppertal. Ab 1969 Professor
für Systematische Theologie an der Kirchl. Hochschule Wuppertal. Dozent
in Hyderabad/Indien 1987 u. 1990.
Langjähriger Vorsitz in der Ev. Bergischen Gefängnisgemeinde;
langjährige Mitarbeit im Ausschuss Christen und Juden der Ev. Kirche im
Rheinland.
Veröffentlichungen: Erziehung in Zeugenschaft. Karl Barth und die
Pädagogik, 1964; Theologische Anthropologie des Kindes (ThSt 77 - 1964);
Ernst Fuchs. Versuch einer Orientierung (ThSt 80 - 1964); Fünf
Unservater-Predigten, 1965; Heilgeschichte? In: J. Fangmeier/M. Geiger,
Geschichte und Zukunft (ThSt 87 - 1967); Der Theologe Karl Barth.
Zeugnis vom freien Gott und freien Menschen, 1969; J. Fangmeier/H.
Stoevesandt (Hsg.), Karl Barth, Briefe 1961-1968, 1975, 2. Aufl. 1979;
Ernst Wiechert. Ein theologisches Gespräch mit dem Dichter (ThSt 117 -
1976); J. Fangmeier (Hrsg.), Karl Barth, Konfirmandenunterricht
1909-1921, 1987.
Rolf W. Krause, geb. 1940 in Winz-Niederbonsfeld bei
Hattingen/Ruhr. Vorfahren väterlicherseits aus dem Kreis
Sensburg/Ostpreußen. Studium an den Pädagogischen Hochschulen Bielefeld
u. Wuppertal. Seit 1964 Lehrer an einer Grundschule in Hattingen.
Mitglied der »Freunde des Ostpreußischen Jagdmuseums«, Lüneburg;
Kreisausschussmitglied und Kulturbeauftragter der
»Heimatkreisgemeinschaft Sensburg«, Remscheid. Ausgedehnte Reisen durch
Ostpreußen und Osteuropa.
Veröffentlichungen: Reiseberichte in der Zeitschrift Burgenländisches
Leben, Eisenstadt/Osterreich 1977, 1978, 1979. Reiseberichte und
Beiträge (Ernst Wiechert, Luftschiffkapitän Max Pruß, Ostpreußenhilfe,
Philipponen im Kreis Sensburg u.a. im Sensburger Heimatbrief, Remscheid,
1983-1992, Arnsberger Hilfe für Ostpreußen, in: Jahrbuch Westfalen '92,
Münster 1992.
Klaus Weigelt, geb. 1941 in Königsberg Pr. Nach dem Wehrdienst
Studium der ev. Theologie, Pädagogik, Nationalökonomie und Soziologie in
Hamburg, Tübingen und Freiburg. Seit 1971 Wissenschaftlicher
Angestellter der Konrad-Adenauer-Stiftung, zunächst im Bereich der
politischen Bildungsarbeit, 1975-1981 als Landesbeauftragter der
Stiftung in Venezuela/Lateinamerika, 1981-1991 als Leiter der
Politischen Akademie in Wesseling/Eichholz. Seit Anfang 1992 als Leiter
des Europa-Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Brüssel. Von 1983 bis
1992 Vorsitzender der Stadtgemeinschaft Königsberg Pr., seit 1983
Mitglied des Bundesvorstandes der Landsmannschaft Ostpreußen.
Gründungsmitglied u. stellv. Vorsitzender der Internationalen
Ernst-Wiechert-Gesellschaft e.V.
Veröffentlichungen (u. a.): Christliche Verantwortung für eine humane
Weltentwicklung (zusammen mit W. Münch), 1981; Heimat und Nation
(Hrsg.), 1984; Heimat, Tradition, Geschichtsbewusstsein (Hrsg.), 1986;
Der Dichter und die Zeit (zusammen mit H. Motekat und G. Reiner), 1987;
Patriotismus in Europa (Hrsg.), 1988.
Marguerite-Blanche
Gaudenz, geb. 1916 in Le Locle (Kanton Neuenburg), Handelsschule mit
Diplomabschluß, 1 Jahr in England, 2 Jahre in Luzern. 1937 Heirat mit
Mil Gaudenz, Zahnarzt, Stäfa am Zürichsee. 1949 Begegnung mit Ernst
Wiechert u. Bau der Villa »Prabella« in Uerikon, in der Nähe des
Rütihofes, wo der Dichter bis 1950 lebte. 1965 Tod des Ehemannes. Freie
Mitarbeiterin bei der Zürichsee-Zeitung und der Buchdruckerei Stäfa bis
1991. Frau Gaudenz starb am 16.11.2002.
Veröffentlichungen: Ernst Wiechert in der Schweiz 1948-1950, Uerikon
1989; Briefe von Ernst Wiechert an Blanche Gaudenz. Eine Auswahl. Zum
50. Todestag des Dichters am 24. August 2000. Uerikon 2000. Blanche
Gaudenz starb am 16.11.2002.
Maria Anna Burgnich,
geb. 1967 in Gorizia (Italien), ledig; Studium der Germanistik u.
Anglistik in Triest, Diplomarbeit:
Ernst Wiechert und die Märchen, 1991. Seit September 1991 beamtete
Englisch-Lehrerin an einer Grundschule.
Veröffentlichungen: La fiaba (Das Märchen). Alcune considerazioni
preliminari ad uno studio della fiaba tedesca. - In: I diritti della
scuola, Mailand, 15.3.1992, Jg. 92, H. 14, S. 20-21.
Ernst Wiechert und seine Freunde. Guido Reiner.
Ernst Wiecherts Buch-Welt und der Leser
heute. Gerda Hubert.
Ernst Wiechert und die Musik.
Hans-Martin Pleßke.
Ernst Wiechert - ein christlicher
Dichter? Jürgen Fangmeier.
Ernst Wiechert - Auf den Spuren des
masurischen Dichters. Rolf W. Krause.
Ernst Wiechert heute. Klaus Weigelt.
Ernst Wiechert in der Schweiz. Blanche
Gaudenz.
Ernst Wiechert in Italien - Eine
Bibliographie. Maria Anna Burgnich. |
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