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ERNST WIECHERT (1887 - 1950)
Internationale Ernst-Wiechert-Gesellschaft
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Rundbrief (Mitteilungen) 1/1990
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Die Internationale Ernst-Wiechert-Gesellschaft (IEWG) hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Interesse für Werk und Wirken des Dichters Ernst Wiechert neu zu wecken und auf deren Bedeutung in Literatur und Zeitgeschichte hinzuweisen. Wir greifen bewusst zurück in vergangene Zeiten, aber unser Blick ist weit in die Zukunft gerichtet. Wir wollen Brückenbauer sein zwischen Völkern und Kulturen. Wenn der Dichter die verlorene ostpreußische Heimat mit ihren Wäldern und Seen, mit den Dünen der Nehrung, mit ihren sandigen und einsamen Strassen wieder vor den Augen unserer Seele in bezaubernder Schönheit erstehen lässt, so wissen wir dennoch, dass Vergangenes nicht zurückzugewinnen ist. Deshalb begrüßen wir den angebahnten Dialog mit polnischen Ernst-Wiechert-Verehrern aus Masuren in voller Anerkennung ihrer Anliegen, Eigenheiten und nationalen Grenzen, aber auch mit dem Wunsch, ungehindert dorthin mit dem Wanderstab aufbrechen zu können. Wir bemerken, dass der Weg zurück ins verlorene Paradies der Kindheit und der Träume, wie ihn Ernst Wiechert schildert, heutzutage in der Sehnsucht vieler in Unrast lebender Menschen ein Echo findet. Wir stellen ebenfalls fest, dass Ernst Wiecherts Werk bei allem Wandel der Zeiten durch seine ungeschwächte Ausstrahlungskraft die Menschen vielerorts anspricht, zu grundlegenden Werten zurückführt und somit einander näher bringt. Hinzugefügt sei, dass sich durch die Gründung der IEWG die Auseinandersetzung mit dem Werk des Dichters intensiviert hat. Ein reger Gedankenaustausch weit über die deutschen Grenzen hinaus hat sich entwickelt. So haben sich ehemalige Schüler Ernst Wiecherts, Verehrer und Freunde bei uns gemeldet und sich bereit erklärt, mitzuwirken. Mehrere Korrespondenzen wurden uns zur Verfügung gestellt, die in vollständige Vergessenheit zu versinken drohten und später als verschollen hätten bezeichnet werden müssen. Es war wirklich höchste Zeit, dass die IEWG gegründet wurde. Wenn damit unser Blick auch in die Vergangenheit gerichtet ist, so mit dem Ziel, die Zusammenhänge von Ernst Wiecherts Schaffen aufzuklären und die Breitenwirkung seines Wirkens nachzuweisen. Wir haben durchaus Verständnis für die Einstellung derer, die der Meinung sind, dass die Aussagekraft eines dichterischen Werkes nicht dadurch verstärkt wird, wenn man am Rande der Geschichte Gedenkfeiern veranstaltet und Jahrestage begeht. Man sollte aber den Einfluss der Medien im Bereich der Rezeption und der Literaturkritik nicht unterschätzen. Wenn Ernst Wiechert bei aller Zurückgezogenheit und Sehnsucht nach Stille drei Jahrzehnte lang immer wieder zu Dichterlesungen aus eigenen Werken aufgebrochen ist und so eine große Lesergemeinde im In- und Ausland persönlich ansprechen wollte, so ist das nur ein Beweis dafür, dass er auch für die verlegerischen Aspekte seines dichterischen Schaffens und die Beeinflussung der öffentlichen Meinung aufgeschlossen war. Wir sind auch bereit, uns in der literaturkritischen Auseinandersetzung, die nun einmal im Kielwasser einer jeden kreativen Tätigkeit entsteht, mit wissenschaftlichen Argumenten zu Wort zu melden. Dieser "Rundbrief" soll Aufschluss geben über unsere Zielsetzungen und von Zeit zu Zeit von unserer Tätigkeit berichten. Wir wünschen ihm eine weite Verbreitung und gute Aufnahme.
1. Symbol des masurischen Schicksals - Burkhard Ollech 2. Ernst Wiechert: "Das einfache Leben" - Klaus Weigelt 3. Ernst Wiechert - Mahner und Trostspender in dunkler Zeit - Blanche Gaudenz 4. Zum 40. Todestag Ernst Wiecherts - Rolf W. Krause 5. Ernst Wiechert in Berlin - Karl Voß 6. Ernst Wiechert liest - Rolf W. Krause 7. Die Wildheit der Waldgeschlechter - Gerd Schimansky 8. Aus dem Leben der IEWG - Klaus und Gerlind Weigelt |
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