"Ich glaube nicht, daß dieses mein Volk von einem blinden Schicksal geführt und geschlagen wurde, wie etwa über ein unschuldiges Haus Krankheit und Not fallen können. Ich glaube vielmehr, daß das Gefährdete seiner Anlage und damit seiner Geschichte dieses Schicksal gerufen hat..."

   

ERNST WIECHERT (1887 - 1950)


 

Internationale Ernst-Wiechert-Gesellschaft
(IEWG)

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(Ausgewählte Beiträge)

 
     

 

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Der friedliche Wandel in Europa, insbesondere die Vollendung der deutschen Einheit und die Ansätze demokratischen Neubeginns in Mittel- und Osteuropa waren Grund zu großer Freude. Diese Ereignisse standen im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit. Damit hat aber auch das Anliegen unserer neu gegründeten Gesellschaft, Ernst Wiecherts Werk einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, noch an Bedeutung gewonnen, denn kulturelle Zusammenarbeit über bestehende und anerkannte Grenzen hinweg ist immer ein Beitrag zum Frieden, wenn es darum geht, das Trennende zu überwinden und das Gemeinsame aufzudecken und zu festigen. Die Verbreitung der deutschen Sprache und das Interesse an deutscher Dichtung werden durch diese politische Entwicklung entscheidend gefördert. Unser Eintreten für Ernst Wiecherts Botschaft der Versöhnung, des Helfens und Heilens beruht auf der Feststellung, dass hier Werte vorliegen, die die Menschen von heute in aller Herren Ländern mehr denn je brauchen, und auf der Einsicht, dass deutsches Kulturgut und deutsche Literatur nicht an sich verändernde Staatsgrenzen gebunden sind. Wir haben von vornherein die internationale Orientierung unserer Gesellschaft angestrebt. Das verpflichtet, uns in besonderem Masse zu Toleranz und Weltoffenheit. Wir vertreten keine politischen Anliegen. Wir wollen aber durch die gemeinsame Beschäftigung mit einem weltweit bekannten deutschen Dichter, durch wissenschaftliche Zusammenarbeit, durch Förderung vielfältiger, grenzüberschreitender Kontakte und offener Aussprache die Verständigung zwischen den Völkern, insbesondere zwischen Polen und Deutschen vertiefen. Dies erfordert, dass wir den Schwerpunkt unserer Arbeit in kulturellen und literarischen Bereich verankern. Hinzugefügt sei jedoch, um jedem Missverständnis vorzubeugen, dass selbstverständlich für uns Ernst Wiechert nicht zu einem polnischen Dichter geworden ist, nur weil eine Reihe seiner Werke ins Polnische übersetzt worden sind oder weil sein Geburtshaus in Kleinort und die Landschaft, die er mit Vorliebe beschreibt, jetzt in Polen liegen. Es geht uns darum, dass er in seiner Eigenart anerkannt und, wenn auch umstritten, in seiner Breitenwirkung, in seiner dichterischen Aussagekraft gewürdigt wird. Mit Blick auf die im August 1991 programmierte Tagung "ERNST WIECHERT HEUTE" sind wir voller Zuversicht. Dabei soll neu entdeckt werden, was Ernst Wiechert gestern schon, unter ganz anderen Verhältnissen, an Wahrem und heute noch Gültigem formuliert und dichterisch gestaltet hat. Hierin erweist sich Ernst Wiecherts bleibende Bedeutung. In seinem Werk leben Kultur und Landschaft Ostpreußens weiter. Aber Freude und Trost finden auch all die, die sich die Zeit nehmen, auf einen Erzähler zu lauschen, der noch die Sprache der Tiere und der rauschenden Wälder verstand. Jenseits von Leid und Trauer wollte er der Liebe unter den Menschen zum Durchbruch verhelfen.

 

 

1. Die letzten Lieder - Guido Reiner s.j.

2. Bei den Wiechert-Freunden in Masuren - Burkhard Ollech

3. Masuren für ein ganzes Leben - Andrzej Drawicz

4. Übermittlung - Burkhard Ollech (u. a. einige Gedichte des masurischen Dichters Erwin Kruk)

5. Ernst Wiechert: Gedanken zum Dichter und zu den Gedächtnisfeiern anlässlich seines 40. Todestages - Hildegard Hägl-Modersbach

6. Helfer und Tröster seiner Mitmenschen - Silke Osman

7. Der Dichter und Schriftsteller Ernst Wiechert. Heute schon vergessen? - Fons Wagner