"Zum ersten Mal begriff ich, daß in einem Unterricht Takt mehr sein konnte als Wissen, daß Schweigen mehr war als Reden, und daß es ebenso wichtig war, junge Herzen zu fuhren als junge Geister. Zum ersten Mal auch, daß der Lehrende mehr lernt als der Lernende und daß die Pädagogik nicht eine Wissenschaft ist wie bei dem alten Professor, bei dem die Studenten scharrten, wenn er seine "Formalstufen" dozierte, sondern eine hohe Kunst und vielleicht die höchste von allen Künsten, weil sie um Menschenherzen geht."

   

ERNST WIECHERT (1887 - 1950)


 

Internationale Ernst-Wiechert-Gesellschaft
(IEWG)

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(Ausgewählte Beiträge)

 
     

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Vor einem Jahrzehnt wurde mancherorts des 100. Geburtstages von Ernst Wiechert gedacht. Die damals vorgenommene Bestandsaufnahme führte 1989 zur Gründung unserer Internationalen Ernst-Wiechert-Gesellschaft, die mehr und mehr an Bedeutung und internationaler Breite gewinnt. Das Engagement zahlreicher Mitglieder hat seitdem dazu beigetragen, der Nachwelt Lebensstationen des Dichters erstmalig zu erschließen, sein Werk aus der Sicht der neunziger Jahre neu zu interpretieren und die Verbindungen zur Masurischen Ernst-Wiechert-Gesellschaft in Polen sowie zu Wiechertfreunden in Rußland weiter auszubauen. Im Jahr des 110. Geburtstages von Ernst Wiechert stimmt es uns zuversichtlich, was bisher erreicht worden ist. Die Mülheimer Arbeitstagung im August 1997 hat bestätigt, daß sich unsere aktiven Mitglieder in der IEWG wie in einer Großfamilie fühlen, in der Geborgenheit, Harmonie und eine Atmosphäre des Aufeinanderzugehens vorherrschen. Von unserer lebendigen Arbeit im Dienste Wiecherts zeugen auch die nun vorliegenden Mitteilungen 7. Sie informieren über manche Details, vermitteln Anregungen zur Weiterbeschäftigung mit dem Dichter, unterrichten über die Neuwahl des Vorstandes und stellen die auf der Vierten Arbeitstagung und der Mitgliederversammlung erzielten Ergebnisse vor. Allen Interessenten steht jetzt ein Prospekt (7 Druckseiten) zur Verfügung, der auch Außenstehenden Einblick in die Aufgaben und Entwicklung der IEWG bietet. Wir streben für 1998 die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften e.V. an, weil sich damit die Wirkung der IEWG in der Öffentlichkeit erhöhen dürfte und wir uns dann gezielter als bisher um Projektförderungsmittel bemühen können. Nach nun eingeleiteten Verlagsverhandlungen haben wir mit den Vorarbeiten für den Band 2 der "Schriftenreihe der Internationalen Ernst-Wiechert-Gesellschaft" begonnen. Wir streben an, daß das Buch spätestens um die Jahreswende 1998/99 vorliegt, um mit dieser Neuerscheinung zugleich den 10. Jahrestag unserer Gesellschaft am 25. Mai 1999 würdigen zu können. Eine festliche Veranstaltung aus diesem Anlaß soll für unsere Mitglieder und weitere Interessenten in Berlin stattfinden. Aber zuvor steht noch im Herbst 1998 eine Bus-Studienreise in die masurische Heimat Ernst Wiecherts auf dem Programm. Sie ist gegenwärtig bereits ausgebucht und findet zunehmend auch Resonanz bei jenen polnischen Wiechertfreunden im Kreis Sensburg/Mrągowo, mit denen wir dort Begegnungen vorgesehen haben. Vor fünfzig Jahren hielt Ernst Wiechert zwei Reden, die eine Zäsur für seine letzten Lebensjahre bedeuteten. Am 17. Mai 1947 sprach er bei der ersten Dachau-Gedächtnis-Kundgebung. Anläßlich einer "Goethe-Feier" in der Kirche in Stäfa am 22. September 1947 hat der Dichter über "Das zerstörte Menschengesicht" referiert. Einen Auszug bringen wir in diesem Heft der Mitteilungen, weil Wiecherts Bekenntnis zur Schweiz seine Übersiedlung im folgenden Jahr einleitete. Ihm blieben nur noch zwei Schaffensjahre - "Ihr müßt mich nun im Stillen lassen" -, bis der Lebenswille an seinem unerbittlichen Krebsleiden zerbrach. Mit unserer Fünften Wissenschaftlichen Arbeitstagung wollen wir im Jahr 2000 den 50. Todestag Wiecherts würdigen. Als Tagungsort sehen wir in Süddeutschland die Region Wolfratshausen - Ambach - Degerndorf - Tutzing (wegen Unterkunft) vor, um langjährige Wirkungsstätten des Dichters mit einbeziehen zu können. Es wäre verfrüht, sich heute bereits über Einzelheiten zu äußern. Und dann wollen wir versuchen, mit dem Schauspieler Karl Michael Vogler eine CD zu produzieren, die Wiechert-Texte zum Inhalt hat. Für alle Anregungen und Arbeitsvorschläge unserer Mitglieder sind wir dankbar; und auch Kritik ist uns willkommen. Je breiter wir die Arbeit im Interesse unserer IEWG leisten, umso stärker hoffen wir auf Resonanz. Was uns Wiecherts Dichtungen bedeuten in einer Zeit, in der sich viele Grundbegriffe der Kultur wandeln und verflüchtigen, läßt uns der folgende Gedanke aus "Jahre und Zeiten" nachempfinden: "Und es ist doch das, was wir den einzigen Gewinn dieses Lebens nennen: daß wir Menschenherzen bewegt und ergriffen haben, nicht für eine flüchtige Stunde des Rausches von einem Podium aus, hinter dem die Fahnen wehten, sondern für lange, bittere Jahre des Lebens, und das wir sie zum Guten bewegt und ergriffen haben, zur Wahrheit, zur Tapferkeit und zur Liebe."

 

1. Ernst Wiechert in Danzig - Jürgen Fangmeier

2. »Und immer sang die Lerche«  Lebenserinnerungen - Otto Brües

3. Wohnhaus Ernst Wiechert im Isartal von Arch. Emil Freymuth, München - Max Schoen

4. Widerstand in Ambach - Matinee im Gesundheitszentrum zu Ehren des Dichters Ernst Wiechert

5. Andenken des Dichters pflegen -> Jugenderinnerungen Ernst Wiecherts standen im Mittelpunkt einer Tagung - Bärbel Beutner

6. Die 4. Tagung der Internationalen Ernst-Wiechert-Gesellschaft in Mulheim an der Ruhr - Bärbel Beutner

7. Eindrücke aus Sorquitten, Peitschendorf und Sensburg - Horst Radeck